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RISC OS North Show 2026
Der Club der alten Säcke gibt sich die Ehre.
Quelle: https://www.iconbar.com/articles/RISC_OS_North_Show_Report_2026/index2315.html
Frei übersetzt, zusammengefasst und von mir teilweise kommentiert. Wobei die Kommentare meine persönliche Meinung darstellen.
Wie im Vorjahr verteilte sich die Show auf eine Suite von drei Räumen.
Amcog
- hatte ihr gesamtes Sortiment und ein neues Spiel namens Silver River Kingdom.
Chris Hall
- brachte sein gesamtes Softwaresortiment und Exemplare des Impression-Handbuchs mit. Er hatte eine Vorschau von einem Eisenbahnbuch, an dem er gearbeitet hat und das mit RiscOSM und anderen RISC-OS-Anwendungen erstellt wurde.
Drag'n'Drop
- brachte die neueste Quartalsausgabe ihres Magazins und eine Reihe von Programmbüchern mit.
Dynabyte Software
- brachte seine Retro-Spiele, darunter klassisches Pong mit einigen selbstgebauten Paddles, mit. Diese sind mit SWi's zugänglich.
Elesar
Martin Eastwood
- gab sein Debüt als Aussteller auf der Messe. Er hat ein neues Frosted-Desktop-Theme entwickelt (mit sowohl hellen als auch dunklen Modi). Es gab CDs zum Mitnehmen, man kann die Themen aber auch herunterladen.
MUG
- ist eine lang bestehende Nutzergruppe, die regelmäßige Online-Vorträge organisiert. Sie waren anwesend, um über Zukunftspläne zu sprechen.
Nemo20000
- war nach einer langen Pause zurück, um sein NemoBASIC zu zeigen, einem Fork von BBC BASIC, mit einer eine riesige Anzahl von Zusatzfunktionen. Er war außerdem sehr beschäftigt damit, vollständige Unicode-Unterstützung auf die Plattform zu bringen.
Von der Unicode Unterstützung habe ich vor einiger Zeit (2-3 Jahre) mal was von Ihm gesehen. Vielversprechend aber "never ending".
North West Computer Museum
Organizer
- ist eine kommerzielle Kalender-Anwendung. Nigel war vor Ort, um nach Ideen für zukünftige Veröffentlichungen zu fragen.
Sie haben seit Jahre eine konkrete "Idee", nämlich die CAxDAV Unterstützung. Thomas wurde bisher ignoriert bzw. abgewimmelt. Termin aus der E-Mail an Organizer zu senden ist eigentlich Standard und die Arbeit aus meiner Sicht überschaubar.
Orpheus Internet
- hat neue Anbieter gewonnen und kann nun noch schnellere Upload- und Download-Geschwindigkeiten anbieten.
Für uns eher nachrangig.
R-Comp
- R-Comp hatte eine neue Version von PhotoDesk und das neue MailPrint sowie ihre bestehende Software- und Hardwarepalette dabei. Im Vortrag gab es mehr Details.
MailPrint und CloudPrint wurden eingeführt, um RISC OS zu ermöglichen, auf eine viel größere Auswahl moderner Drucker zu drucken.
Es gab viele Updates bestehender Anwendungen (einschließlich PhotoDesk) und der NVMe-Treiber.
Andrew hatte eine große Auswahl an RISC-OS-Systemen am Stand, von "günstig" wie dem Forte2 bis hin zur mehrköpfigen High-End-Hydra, die er präsentierte.
Risc OS Developments
ROOL
- verkaufte Merch, um ihre Bemühungen zur Wartung und Entwicklung von RISC OS zu unterstützen und sprach über Pläne für 5.32.
RISC OS 5.32 soll dieses Jahr erscheinen, und Steve hat uns einen kleinen Vorgeschmack gegeben.
Ein Ziel ist es, neuen Nutzern ein 'schöneres' First-Boot-Erlebnis zu bieten. Es wird mehr Konfigurationsoptionen geben (einschließlich der Platzierung der Laufwerkssymbole dort, wo andere Systeme sie platzieren). Es gibt Verbesserungen am integrierten Paint-Programm und möglicherweise BASIC in C zur besseren Wartung.
Es wird weiterhin an mehr Unterstützung für dunkle Themen gearbeitet. Es wird viele 'Lebensqualitäts'-Funktionen geben, wie zum Beispiel die Möglichkeit, Passwörter anzuzeigen.
Es gibt eine neue Git-Version, die jetzt Git-Merge unterstützt. Jetzt fehlt nur noch Rebase. Ziel ist es, einen stabilen Client mit 5.32 zu veröffentlichen.
Das "Bounty" zur Überarbeitung der alten PRMs läuft jetzt.
Steve fasste das Moonshot-Projekt zusammen, um RISC OS auf neuere 64-Bit-Prozessoren umzustellen. Das Ziel ist es, dies schrittweise zu tun. Das Umschreiben der Modulen, die für den minimalen RISC-OS-Start nötig sind, wird priorisiert.
Das Territory Manager-Modul wurde jetzt in C umgeschrieben.
ROOL sucht auch außerhalb der Gemeinschaft und hat ein Spenden-System abgeschlossen.
Die C-Version von BASIC ist zur Hälfte fertig, benötigt aber eine Finanzierung für die Fertigstellung.
An einer Roadmap für den Übergang zur 64-Bit-Unterstützung wird gearbeitet.
Mein erster Gedanke war "Gibt es nichts Wichtigeres?". Was mich wieder stört ist, dass ROD und ROOL wieder parralel an Dingen arbeiten (64-bit) anstatt das zu bündeln.
RISCOSbits
- Andy hatte sein gesamtes Systemsortiment und eine neue tragbare Tastaturlösung im Gepäck.
Sein Kommentar zur Show: "It was poor."
Rougol
- ist eine in London ansässige Nutzergruppe, die monatlich einen Vortrag organisiert. Da die meisten online über Zoom laufen, kannst du von überall teilnehmen. Sie organisieren außerdem eine Show im Oktober.
Sine Nomine
- hatte Updates für RiscOSM und ein neues, kostenloses Plugin namens PlanePlot, das in Python geschrieben wurde. Es zeigt auf der Karte den Standort, die Bahn und die Geschwindigkeit der Flugzeuge an. Je nach API kann es auch Bilder und andere Details enthalten.
Es gab eine Demo zur verbesserten Unterstützung von Sprachen in RiscOSM.
Soft Rock Software
- hatte eine Auswahl an Labyrinth-ähnlichen Spielen, die man spielen und kaufen konnte.
SROUG
- hatte eine ganze Reihe von Hardwareprojekten, für die RISC OS Software verwendet wurde.
Steve Fryatt
- produziert eine Reihe kostenloser Software und Spiele (mit der Bitte um eine Spende an wohltätige Zwecke).
WROCC
- ist eine in Wakefield ansässige Usergroup mit monatlichen Treffen. Das läuft immer über Zoom, daher ist Wakefield global geworden.
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Raik, geändert 27. 03. 2026, 12:00 Uhr |
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Noch ein O-Ton von Andy:
Für mich war es eine eher mäßige Veranstaltung. Es waren nicht viele Besucher da (obwohl mir gesagt wurde, es seien genauso viele wie im letzten Jahr gewesen, aber das glaube ich nicht!) und es war nicht so gut wie in Wakefield. Was Besucherzahlen und Umsatz angeht, hat sich die Veranstaltung zu einer „SouthWest Show“ entwickelt. Trotz all ihrer Versprechungen gab es weder Öffentlichkeitsarbeit noch Werbung. Die Leute wussten einfach nichts davon.
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| Raik (31.03.26, 09:43.19) | |
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Daß exakt genauso viele Besucher wie im Jahr zuvor an einer Veranstaltung teilnehmen ist extrem unwahrscheinlich, selbst wenn es nur 4 oder 5 Leute sein sollten. Es ist immer jemand krank, hat andere Termine oder im schlimmsten Fall versterben Leute. Mir ist vom letzten Jahr eine inoffizielle Zahl von 68 Besuchern im Hinterkopf. Das wäre für deutsche RISC OS Verhältnisse gigantisch, schon fast CeBit like ;-). Als ich 2023 in Bradford war, sagten alle, daß Wakefield vor Corona, Brexit und dem Ausbruch der Putin Hasserei erheblich besser besucht gewesen sein soll. Trotzdem war Bradford meiner Ansicht nach besser besucht, als z.B. die GAG-Treffen im Naturfreundehaus in Hannover. Nun gibt es in UK ja auch "etwas" mehr RISC OS Nutzer als in Deutschland. Aber wenn man sich die Fotos der diesjährigen North Show anschaut, überkommt mich ein leichtes Frösteln. Bei den Aufnahmen aus dem "Theater" sind da gerade mal eine Handvoll Leute zu sehen. Das kann natürlich Zufall sein, oder eben auch nicht, weil niemand die leeren Sitzreihen ablichten wollte. Im letzten Jahr sah das meiner Erinnerung nach noch voller aus.
Man muß ehrlich sein. Die Leute haben die Schnautze vom dem zwei-Fraktionen-Streit zwischen Rawnsley/ROD und ROOL mittlerweile gestrichen voll. Das Ganze hat mehr und mehr den Character eines Duells Armut gegen Elend. Was hilft neue Hardware, wenn es praktisch keine neue gute Software mehr gibt?
Das Marketing in Sachen RISC OS ist nur als erbärmlich zu bezeichnen.
Hinzu kommt, daß die Folgen des Ausbruchs der Putin Hasserei auch UK schwer getroffen haben. Infolge der explodierenden Energiepreise hatten viele Briten tatsächlich die Wahl zwischen Essen oder Heizen. Und z.Z. genügt ein Blick auf die Preise an der Tankstelle (wenigstens ein Bereich, wo es hier in der Wirtschaft rasant aufwärts geht ...), um zu verstehen, daß der eine oder andere angesichts fehlender Neuigkeiten und den ewig gleichen bombastischen Ankündigungen für Banalitäten oder gar nichts, mit dem Allerwertesten zu Hause geblieben sein dürfte und das Geld, wenn möglich, eher für den Kauf eines neuen Rechners spart. Für die Reisekosten mit einer oder gar zwei Übernachtungen kriegt man locker einen neuen RISC OS Rechner, wenn auch ohne Monitor. Reist man nicht aus der EU über den Kanal, ist sogar ein neuer Monitor drinne ;-), selbst bei R-Comp ....
Ich glaube also, daß Andy Marks leider recht mit seiner Einschätzung hat. Der Veranstalter der Show macht ja auch sonst bekanntlich bei seinen Produkten seine Klappe erlesen weit auf und er und Andy sind Konkurrenten. Da wird sich seine Liebe zur Wahrheit auch bei den Besucherzahlen in überschaubaren Grenzen gehalten haben.
Evt. würde RISC OS etwas KI zum "Aufpeppen" der Nutzerzahlen in den Show-Bildern doch ganz gut tun ... ;-) Persönlich bevorzuge ich aber Ehrlichkeit, auch wenn es hart ist, sehr hart, wie in diesem Fall ... :-((
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| Thomas Milius (31.03.26, 22:09.35) | |
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Ihr seid persönlich dagewesen? Das muss ja mit Flug usw eine Menge kosten. Für mich als blutigen Neuling sind Eure Berichte und Kommentare echt interessant.
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| Stefan Koenig (04.04.26, 13:39.26) | |
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Herzlich Willkommen.
Von uns hier war keiner da aber wir haben Kontakte zu "Austellern".
Thomas war der Letzte der persönlich auf einer Show war, mit dem Auto.
Andrew Rawnsley hat sich inzwischen ähnlich wie Andy geäussert.
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| Raik (05.04.26, 10:02.19) | |
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Falls es es interessiert...
http://riscos.openpandora.org/ROS_ein-col_A5.pdf
... eine deutsche RISC OS Einführung.
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| Raik (05.04.26, 10:04.49) | |
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> Thomas war der Letzte der persönlich auf einer Show war, mit dem Auto.
Und das hat auch gekostet. Spaß machen tut es überdies nicht wirklich. Man hat die ganze Hardware im Auto. Bradford gilt in UK zu allem Überdruß als Kriminalitätshochburg, und das in dem Heimatland von Agatha Christie und Edgar Wallace, sowie Inspector Barnaby ;-). Mein eher einfaches Hotel glich einem Sicherheitsgefägnis, wo man als Gast einsaß (wenn auch bei guter Verpflegung). Meterhohe Zäune, oben NATO-Draht, Videoüberwachung, speziell auf dem Parkplatz mit Schranke. Die Lage im Veranstaltungshotel war ähnlich. Hier waren allerdings nur die Veranstaltungsräume zugänglich, der Rest war, wie UK üblich, mit Flüchtlingen belegt. Aber wo ich schon mal da war, wagte ich auf Hin- und Rücktour je einen Innenstadtbesuch. In Norwich war nur Park and Ride möglich, d.h. der Wagen blieb mit der Hardware auf einem entsprechenden Parkplatz am Stadtrand stehen, während ich den Bus in die Innenstadt nahm. Ist aber nichts passiert. In Colchester gelang es mir am Sonntagnachmittag bis in die Innenstadt mit dem Wagen vorzudringen. Passend zu meiner Ankunft wurden allerdings die Gehwege hochgeklappt und Nieselregen setzte ein. Der Hintereingang ins Parkhaus bei der Rückkehr erinnerte auch eher an eine geheime Treppe in einem alten englischen Landsitz ;-). Auch hier blieb der Wagen unversehrt.
Die Preise für die Fähren sind üppig, zumal man i.d.R. eine Kabine buchen muß. Die ist eigentlich auch garnicht so teuer, dafür sind die Preise für den Kantinenfraß üppig (es geht auch im gehobenen Stil, zu noch deutlich gehobeneren Preisen ...). Aber alles in Allem summiert sich das. Akzeptabel sind sind eigentlich nur die Passagen tagsüber vorzugsweise Dover/Calais. Nur die sind aus Deutschland doch schon recht weit weg, wenn man nicht im Rheinland wohnt.
Wenn man das Ganze mit einem Kurzurlaub kombinieren kann, ist das bestimmt ok. Als Austeller hat man allerdings zuviel mit, so daß ein ungutes Gefühl immer bleibt, wenn man das Auto verläßt und sein Equipment zurücklassen muß. Deshalb hält man den UK-Aufenthalt so kurz wie möglich und da ist es dann schon teuer. Verkaufen darf man mit Gästevisum eh nicht und der RISC OS Markt gibt die Kosten z.Z. nicht im Entferntesten her. Trotzdem war es interessant den RISC OS Markt einzuschätzen und auch die Wirtschaftslage in UK allgemein. Ich habe gelernt, daß die z.Z. ähnlich der in Deutschland ist. Es reicht also, sich die Trostlosigkeit der eigenen Innenstadt anzuschauen, um die Marktschancen in UK für den RISC OS Markt zu beurteilen. Aber auch wenn die Rahmenbedingungen im Moment mies sind, so muß sich die RISC OS Szene mit ihren Grabkämpfen zwischen den Fraktiönchen (Fraktionen wäre angesichts der Personenzahlen dahinter Hochstapelei) einen Teil der Probleme selbst anrechnen. Dummer- oder auch glücklicherweise sind speziell auf den Shows die Fraktiönchen stark vertreten und es gibt noch viele Anwender, die öffentlich nicht so in Erscheinung treten und eher pragmatisch vorgehen.
Realistisch sind wir im Hardwaresektor für RISC OS mit CM4/RPi 4 so gut aufgestellt, wie nie zuvor und das auch noch recht günstig. Recht dunkel sieht es im Softwaresektor aus, zumal viele Programme nicht mehr gepflegt werden. Auch das gesamte DV-Umfeld hat sich zu unseren Ungunsten verschoben. Immer häufiger dominieren einzelne Unternehmen mit proprietären Apps/Standards den Weltmarkt in einzelnen Bereichen und die entwickeln natürlich keine Clients für so kleine Märkte, wie RISC OS und haben auch kein Interesse daran, daß da z.B. Nutzer in Eigeninitiative tätig werden.
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| Thomas Milius (06.04.26, 17:46.49) | |
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> Andrew Rawnsley hat sich inzwischen ähnlich wie Andy geäussert.
Logik: Könnte es sein, daß Andrew Andy dann doch bzgl. der Besucherzahlen nicht ganz die Wahrheit gesagt hat? ;-)
ROOL backt bei seinem zum Mondschiessen mittlerweile auch schon deutlich kleinere pragmatischere Brötchen, was auch darauf hindeutet, daß die Show eher mau war. Grundsätzlich finde ich das gut, weil realistischer und pragmatischer. Das Dumme ist nur, daß sie bislang gerade im Bereich Koordination verläßlich immer alles voll kraß verk...ckt haben.
Nebenbei kann man an Kleinigkeiten häufig sehen, ob es läuft oder nicht. Bei der London Show wurde sofort gesagt "Das machen wir im kommenden Jahr wieder". Bei der North-Show dauerte es mit der Ankündigung der 2026 Ausgabe doch recht lange, fast so, als ob man abgewartet hat, ob sich ein günstiger Preis für die Raummiete erzielen läßt.
Wir brauchen uns aber über unsere Hardware-Hauptakteure keine Gedanken zu machen. Wenn man es clever anstellt, übernimmt Amazon etc. das unternehmerische Risiko. Das ist ähnlich, wie mit der Plastikweihnachtsbaumbestellung am 22./23.12, den man dann vor dem heiligen Dreikönigstag innerhalb von 14 Tagen fristgerecht zurückgibt, nur um im kommenden Jahr wieder das gleiche Spiel zu spielen. Man bestellt kurz vor der Show und schickt den unverkauften Rest innerhalb der Rückgabefrist zurück.
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| Thomas Milius (06.04.26, 18:04.48) | |
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ROOL zuckt noch ...
Steve Revill hat gerade ein neues LANMANFS für RISC OS angekündigt und das zeitnah und nicht am 1. April. Das wäre seit langem endlich mal ein großes Bounty, was auch wirklich abgeliefert werden würde und diversen Nutzern was bringen würde, auch ohne WinDOS z.B. bei NAS-Verwendung. Bleibt zu hoffen, daß es was wird. Aber auch da etwas bizarr, was die ursprüngliche Bounty-Idee angeht. Jetzt, wo wohl fast fertig, wird das Bounty freigegeben. Der eigentliche Ablauf sollte eigentlich Freigabe, dann Vergabe und dann Entwicklung und am Ende Fertigstellung sein. Kann natürlich auch sein, daß ROD da parallel wieder was Eigenes entiwckelt hat, was die kommmenden Tage veröffentlicht werden sollte. Das wäre dann mal wieder so was wie das Tüpfelchen auf dem Ihhhh.... ;-)
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| Thomas Milius (10.04.26, 18:18.18) | |
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@ Stefan Koenig: Du kannst gerne auch hier was fragen, z.B. das mit dem Drucken übers Netzwerk.
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| Markus (14.04.26, 21:29.21) | |
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Ich habe erst jetzt gesehen, dass es nach dem 4.4. noch einiges an Ergänzungen und Kommentaren zur RISC OS North Show gab. Thomas Milius spricht mir aus dem Herzen, auch wenn ich noch nie in der Gegend war und sicher nie dahin fahren werde. Wozu? Die Verhältnisse hier reichen mir.
Am 29.3. hatte ich im 64b-Forum eine "General Consideration" geschrieben. Ohne mein eigenes Englisch noch mal lesen zu müssen, sinngemäß: Gibt es nichts Wichtigeres als 64bit?
V.a. durch den Kontakt mit Raik weiß ich ein bisschen was über die RO Szene. Das Grundproblem ist, dass es sich fast durchweg um alte User handelt (nicht unbedingt biologisch) und von unten nichts Neues nachwächst.
Ich habe in den 90ern durch einen Bekannten erste Erfahrungen mit Linux gesammelt, als Diskjockey mit 3,5'' Disketten an der Uni Regensburg Slackware runtergezogen. Wenn man sich die Zeit bis heute die Entwicklungen bei Linux anschaut (und ich war am 2.5. noch auf dem Augsburger Linux-Infotag der LUG-A), dann sieht man den Unterschied. Bei Linux kommen ständig junge Leute nach, die auch entwickeln. Das sieht man an zahllosen Youtube-Kanälen, an der breiten Unterstützung jeglicher Hardware, an Software-Lösungen, die so gut wie alles abdecken. Und die ein paralleles Arbeiten mit Windows ermöglichen (Beispiele: Brave, Firefox, Thunderbird, LibreOffice...). Zum Erfolg trägt bei, dass Linux immer an den Rändern von Windows leckt, ach ja und: danke Safi Natella!
RISC OS ist für Euch auch psychologisch unverzichtbar. Ihr habt damit ganz lange alles oder so gut wie alles gemacht und seit damit emotional verwachsen. Trotzdem zeigt diese Seite, dass auch Ihr die kritischen Seiten seht.
Überleben wird RISC OS nur, wenn es neue User gewinnt. Das ist quasi ausgeschlossen. Ich als hoffnungsvoller Adept der RISC Künste bin ja eine absolute Ausnahme. Und wer den User Guide hinter sich hat oder ein Tutorial zu PipeDream, für den geht der Leidensweg erst los. Details erspare ich Euch. Nur: was Ihr in langen Jahren gelernt habt, und das Gefrickel, das Euch in Fleisch und Blut übergegangen ist, wem kann man das heute denn zumuten?
Der einzige Pluspunkt, den RO im Moment hat, ist die Unterstüzung des RPi, denn der ist billig (gewesen) und verbreitet. Aber es wird nicht viel draus gemacht. Sie haben keine Gesamtstrategie. Das ganze Thema Usability, Software-Unterstützung (wem kann ich denn schmackhaft machen, dass er Unsummen ausgeben soll für Programme, die er anderso umsonst und, hust, besser bekommt?), dann Multiprozessor-Unterstüzung... In allem ist man Jahrzehnte hinterher. Retro-Charme allein trägt's nicht. Auch da machen andere wieder vor, wie's geht: Commodore-Rechte kaufen und den Commodore 64 Ultimate verkaufen wie geschnitten Brot, aber zeitgemäß. Und dann suhlen im Retro-Feeling, ausschalten und im 21. Jahrhundert mit einem Tuxedo Notebook weitermachen.
Aber RO hat ja den Anspruch, eben *nicht* so'n Retro-Dings zu sein, sondern ein vollwertiges Betriebssystem (dem man auch noch den Retro-Look austreiben will, habe ich das richtig kapiert? Natürlich für viel Geld?) Ich hab mir am Wochenende mal die Tuxedo PCs und Notebooks ausgiebig angeschaut. Klar, Hardware gibt es viel, ist nur ein Beispiel. Im Vergleich dazu, Verzeihung an alle und besonders Raik, schaue man sich mal einen Titanium oder die hoffnungslos überteuerten Kisten mit Bastelcharme von A. Rawnsley an. Ich hab erst gebraucht, bis ich gemerkt habe, dass er für eine "Hydra" 750 L (?) verlangt, in der *ein* RPi drinsteckt. Das ist alles so gar nicht im Verhältnis. Klar kann der Mann nicht anders und so wie er im Video ausschaut, lebt er auch nicht gerade üppig davon. Kleinstserien.
Das sollte jetzt kein Flame gegen RO werden. Bei ROOL im Forum brauche ich das sowieso nicht schreiben. Ich weiß schon, dass ich recht polemisch bin und wahrscheinlich stöhnen sie in GB schon, wenn sie meinen Namen lesen "Oh, that hun again!"
Hm, der Thread heißt: "RISC OS North Show 2026". Da bin ich wohl etwas off-topic. Sorry!
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| Stefan Koenig (06.05.26, 23:35.08) | |
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Naja: Die finanziellen Mittel der RISC OS Szene sind vergleichsweise begrenzt. Zu Glanzzeiten mag es in UK 100.000 RISC OS Nutzer gegeben haben, in Deutschland damals evt. 1.000. RISC OS war außerhalb der britischen Insel nie besonders bekannt. Insidern zufolge sorgte dann ein Besuch von Bill Gates bei Tony Blair dafür, daß RISC OS an britischen Schulen weitestgehend zugunsten von Windows ausgemustert wurde. Damit kam nicht viel Neues an Nutzern nach.
Es gilt zudem, daß Nichts zuträglicher als der Erfolg und Nichts abträglicher als der Mißerfolg ist. Es wird da investiert, wo vermeintlich dicke Renditen winken, und das ist i.d.R. nicht das regionale Heimatkundemuseum. Zieht man die extrem begrenzten Resourcen in Betracht hat sich RISC OS in meinen Augen nicht zuletzt dank des Engagements der Nutzer gut gehalten.
Linux hat auch seine Schwächen. Ich nutze das auch teilweise, aber je tiefer man einsteigt, desto mehr Probleme/Unsauberkeiten etc. offenbaren sich. Der Vorläufer von LibreOffice, OpenOffice wurde auch damals schon von der Linux Community als Weisheit letzter Schluß gepriesen und als M$s Office mindestens ebenbürtig. Ich hatte beruflich damals sehr viel mit EXCEL zu tun und OpenOffice lief mir bei einem Freund über den Weg. Es tut mir leid, ich bin nie ein EXCEL-Freund gewesen, aber OpenOffice war damals von den Programmiermöglichkeiten her gegenüber EXCEL einfach nur erbärmlich. FireWorkz ist da zwar, nett ausgedrückt, etwas abenteuerlich gestrickt, aber es war seitens der Programmierung OpenOffice teils deutlich überlegen
(und damals teils auch EXCEL). Letztlich zählt für mich nicht, daß tolle Konzept, sondern ob ich eine Aufgabe mit welchen Gebastele einigermassen gut lösen kann. Es hat unter RISC OS in den Programmen immer z.T. recht schräge, aber auch häufig clevere Ideen gegeben, die sich deutlich vom sog. Mainstream unterschieden.
Es gibt auch viel Rumgemaule, daß die Bedienung von RISC OS nicht wie bei Windows oder Linux ist. Kann man so sehen, aber die gleichen Leute meckern so gar nicht darüber, daß sich die Smartphonebedienung und auch die von diversen Internetwebseiten diametral von Windows und Linux unterscheidet. Außerdem bin ich lange genug im Geschäft und kenne die Beinahenervenzusammenbrüche von (teils selbsternannten) Powerusern nach Softwareupdates, wo kein Button kein Menu mehr da war, wie vorher, nur zu gut. ;-)
Du erwähnst den RPi als Pluspunkt von RISC OS. Eigentlich müßte es doch Linux da performancemäßig turmhoch unterlegen sein, wo es nur einen Kern unterstützt. Teils ist es deshalb wirklich langsamer, aber in vielen Fällen kann es trotzdem performancemäßig erschreckend gut mithalten und einiges
geht unter RISC OS sogar schneller als unter Linux. Der Grund ist natürlich in der modernen Softwareentwicklung zu suchen. Im Gegensatz zu früher programmiert man heute objektorientiert (also ein garantierter Performanceverlust von einem Faktor 10, mit etwas Pech auch Faktor 50). Parallelisierung kostet durchaus Performance und bringt nur in seltenen Fällen was (aber auch ein CM4 unter RISC OS hat mittlerweile mehr Leistung als eine Cray-2, auch wenn ich zugebe, daß clevere Parallelisierung sich da erheblich positiv auswirkt. Wobei, wieviele Auto-Crashsimulationen und Klimamodelle rechnet der normale Nutzer denn heute so auf sinem Heimrechner, obwohl er doch locker einen Superrechner der 80er Jahre auf seinem Tisch stehen hat oder in der Hosentasche trägt?). Und am Allerschlimmsten: Das Nachdenken bei der Programmierung ist abhanden gekommen. Man verwendet Libraries und hofft, daß die Dinger schon irgendwie gut von jemandem programmiert wurden, der mehr Ahnung hat als man selbst (ohne daß man das auch nur in Ansätzen zugeben würde), so daß man sich nicht um den ganzen Optimierungssch...ß kümmern muß, den man eh nicht beherrscht und der 90% der Programmierarbeit kosten kann, aber eben auch einen erheblichen Resourcengewinn bringt.
RISC OS ist anders und erheblich, darüber muß man sich im Klaren sein, wenn man es wagt sich mit dem Teil auseinander zu setzen. Zudem gibt es wenig Nutzer und damit auch nur wenige, die man gerade am Anfang fragen kann (andererseits war das bei mir im Jahre 1994, als ich mit RISC OS anfing, auch nicht wirklich anders, denn das Internet, was heute durchaus die Gegelegenheit bietet, Fernunterstützung zu bekommen, steckte damls in den Kinderschuhen.). Andererseits habe ich genau das anders sein über die Jahre genossen. Man man lernt auch andere Denkansätze jenseits der ausgetretenen Pfade kennen. Da es vieles unter RISC OS nicht fertig im Supermarktregal gibt, kommt noch ein andere nicht unerheblicher Aspekt hinzu. Sch...ss, wie kriege ich das unter diesem bekn...ckten OS nur hin? Mit Entsetzen stellt man dann plötzlich fest, daß sehr vieles geht, wenn man den einen Teil auf dem Programm und den anderen auf dem anderen Programm erledigt. Man muß denken. Google(n) hilft selten, zumal die akuellem Browser auch von Google nicht wirklich akzeptiert werden ;-). Aber auch da. Oh, es gibt noch andere Suchmaschinen als Google? Interessant. Und wenn es denn tatächlich nichts unter RISC OS gibt, kommt man den Punkt, wo Selbsthilfe gefragt ist. Das Suchen von und Lesen von Spezifikationen ist langwierig, hat aber den fatalen Nebeneffekt, daß man die Dinge auch unter Linux oder Windows besser oder überhaupt zu begreifen beginnt. Kurz, man lernt und nach langer Zeit lernt man auch, daß die anderen OS auch nur mit Wasser kochen und die Kenntnisse der Grundkonzepte zu bestimmten Problemen hilft in erschreckender Weise auch den entsprechenden Source von Programmen unter Windows oder Linux zu verstehen.
Ich kann es nicht leugnen, RISC OS ist durchaus z.Z. ein OS für DIY Individualisten. Das Netz an Servicewerkstätten ist durchaus ähnlich engmaschig wie für Ferrari oder Rolls Royce, nur es ist viel viel preiswerter als die genannten Automarken, selbst bei Kauf von R-Comp-Software ;-). Man könnte außerdem auch sagen "A Risc never break" und wenn doch, kann man an dem OS selbst fast beliebig herumschrauben und das Schlimme dabei ist, daß man es im Gegensatz zu den modernen anderen OS allein schon wg. des viel geringeren Codeumfangs auch noch in Ansätzen verstehen kann.
Was den Thread Titel angeht, so ist das egal. Er stimmt unmittelbar danach, wenn Raik mal die Zeit findet, einen neuen Thread zu aktivieren. Raik hat so nebenbei einen Job, eine Familie, einen Garten und und ;-). Nicht dran stören. Nimm das, was offen ist.
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| Thomas Milius (08.05.26, 22:26.01) | |
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Kurz *meine* Ansichten:
Multiprozessor-Unterstüzung ist für mich sinnlos. Kann mir gerne jemand erklären was mir das bringen würde.
Ich testete nun seit Monaten diverse Linux Distros und alle sind in der Steinzeit geblieben. Da die stringent durchdachte Basis fehlt, entwickelte sich ein riesiges zusammengeschustertes Flickwerk.
Ich arbeite mit allen vier Systemen aktiv: Windows, Linux, RISC OS und Android. Alle vier über den NAS verbunden. Dazu gezielt direkte Freigaben. Dann mehrere Drucker auf die alle zugreifen können.
Ich nutze auf jedem der drei Systeme Anwendungen die nur das jeweilige System in der Qualität bietet. Zum Teil mit eklatantem Abstand zu allem anderen.
So z.B. ist unter Windows MusicBee extrem viel besser als alle anderen Audioverwaltungen.
Dann die Beeprog Serie von Elnec. Diese Hardware ist unersetzlich. Elnec bietet "leider" nur eine Windows Software dafür an.
Das schlechteste OS von allen ist aus meiner Sicht tatsächlich Linux. Auf Linux habe ich keine Anwendung die auf Linux einzigartig gut bzw. nicht ersetzbar wäre.
Welches Programm ist auf RISC OS nicht ersetzbar? Na eben RISC OS selbst mit allem was dazu gehört und aufgrund des Konzeptes zu einem stringent homogenen Guss und Genuss wird.
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| Markus (09.05.26, 22:59.00) |
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